WETTBEWERB SOZIALZENTRUM 2009
Seniorenheim in Egg, Vorarlberg

Durch einen folgeschweren Brand im Jahre 2008 wurde das im Jahr 1869 errichtete Vinzenzheim in der Gemeinde Egg völlig zerstört. Die Gemeinde hat sich daraufhin entschlossen an diesem Standort ein neues multifunktionales Sozialzentrum zu errichten. Anfang 2009 wurde ein EU-weiter anonymer Wettbewerb ausgeschrieben. Die Aufgabenstellung beinhaltete zwei Pflegebereiche mit jeweils 15 Betten, einen eigenständigen Bauteil mit 15 betreuten Wohneinheiten, gemeinsam nutzbare Aufenthalts- und Freibereiche sowie Räumlichkeiten für soziale Institutionen des Ortes.

Der Entwurf situiert zwei Ost-Westgerichtete Baukörper für Pflegeheim und betreutes Wohnen parallel zur Straße. Durch die leicht gegeneinander verschobenen Wohntrakte und den klar ablesbaren und belichteten Mitteltrakt wird sowohl auf das dreiecksförmige Grundstück, als auch auf die benachbarte Bebauung eingegangen.

Das Grundstück wird mittels Schichtung der Baukörper und Freiräume horizontal und vertikal strukturiert. Das Pflegeheim liegt zwischen dem öffentlichen Vorplatz und dem privaten Dementengarten. Die offen gestaltete Sockelzone erstreckt sich L-förmig in den hinteren Teil des Grundstücks und verbindet Pflegeheim und die betreuten Wohneinheiten, die sich im Obergeschoß zu einem eigenständigen Baukörper entwickeln.

Die Eingangshalle verbindet den Straßenraum mit dem Garten und bindet die landschaftliche und soziale Umgebung in das Gebäude ein. Die Kapelle wird als massiver Baukörper in den Eingangsbereich eingeschoben und wird zum Ort der Begegnung und Ruhe. Sie markiert den Treffpunkt zwischen Heim- und Dorfbewohnern und ist am Kreuzungspunkt dieser beiden situiert.

Verglaste Lufträume und Stiegenhäuser stellen eine vertikale Verbindung der Geschosse dar. Weiters sorgt das durch den Erschließungsgang und die Loggien einfallende Licht für die nötige Orientierungshilfe und tageszeitabhängige Raumstimmungen. Der sommerlichen Überhitzung wird teils durch baulichen, teils durch außen liegenden Sonnenschutz entgegengewirkt.

Das Außenraumkonzept gliedert sich in drei Hauptzonen. Den Vorplatz, den Dementengarten und den „Arbeitsgarten“ mit Hochbeeten. Baumgruppen ziehen sich als verbindendes Element durch die unterschiedlichen Freiräume und lassen die Jahreszeiten durch Blüten und Herbstfärbung erleben. Sie bilden sowohl Treffpunkte als auch Orientierungspunkte.

Die Wärmebereitstellung erfolgt durch das örtliche Wärmeversorgungsnetz und Solarkollektoren. Das gesamte Raumvolumen im Gebäude wird über bedarfsgesteuerte, mechanische Lüftungsanlagen mit Frischluft versorgt.




Heizenergiebedarf: 10,5 kWh/m2a

Bauherr: Gemeinde Egg

Nutzfläche: 3210 m2

Gartenfläche/ Freifläche: 3585m2

Planung mit Architekt DI FH.Thomas Abendroth
und planDrei

Freiraumplanung: grünhoch3



Visualisierung: Kerstin Huber




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